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Atilla Hildmann ist wohl Deutschlands bekanntester Vegan-Koch. In seinem Buch „Vegan for Fit“ zeigt er dem Leser, wie man innerhalb von 30-Tagen, in einer „30-Tage-Challenge“, nicht nur gesünder lebt und ein besseres Körpergefühlt erhält, sondern auch gleichzeitig abnimmt – ohne Diät und ohne Verbote.


Vegane Ernährung wird nicht nur wegen ihrer ethischen Vertretbarkeit geschätzt, sondern auch mit Blick auf ihre gesundheitsfördernde und gewichtsreduzierende Wirkung gelobt. Ein Berliner Koch, der sich selbst vor einigen Jahren zu veganer Ernährung entschloss, kann als Vorreiter modernen veganen Kochens bezeichnet werden und ist durch seine „30-Tage-Challenge“ bekannt geworden: Attila Hildmann, u.a. Autor der Bücher „Vegan for Fit“ und „Vegan for Fun“. Hildmann selbst entschloss sich nach dem Tod seines Vaters zu einer intensiven Auseinandersetzung mit gesunder Lebensweise – beinhaltend Sport und Ernährung – und veröffentlichte seine Bücher auf der Basis seiner eigener Erfahrungen. Seine Bücher verkauften sich mit über 100.000 Exemplaren als Bestseller. Besonders „Vegan for Fit“ fehlt aktuell wohl in keiner Buchhandlung. 100 Testpersonen entschieden sich bereits bei Hildmanns sogenannter „30-Tage-Challenge“ mitzumachen, in der 30 Tage ein ausgewogenes Programm aus Bewegung und veganer Ernährung gewählt wird, das mehr körperliche Fitness, Reduktion von Körperfett, Gewichtsreduktion, Abnahme von Zivilisationsbeschwerden (wie etwa Akne oder Neurodermitis) und ein völlig neues Körpergefühl verspricht.

Vegane Lebensweise, unter der der Verzicht auf jegliche tierische Produkte – meist aus ethischen Gründen – verstanden wird, ist aktuell in aller Munde. Vor allem in Großstädten wie Berlin oder Hamburg etablierten sich jüngst vegane Supermärkte und Restaurants – ein veganer Lebensstil ist längst keine Nischenerscheinung mehr.

Im Folgenden werden kurz die zentralen Inhalte des Lebensstils nach „Vegan for Fit“ dargestellt und Vor- und Nachteile aufgezeigt.

Strategie und Wirkung

Das Konzept

Das Konzept, das Attila Hildmann auch im Selbstversuch testete um seine hohen Cholesterinwerte zu senken, basiert auf einem ausgewogenen Programm von Bewegung und Ernährung.

Neben dem Verzicht auf tierische Produkte, vor allem auch tierischer Fette, beinhaltet das Programm Bewegung, Verzicht auf klassische Dickmacher (u.a. kohlenhydratreiche Produkte wie Kartoffeln, Reis und Nudeln und Weißmehlprodukte) und auf chemische Zusatzstoffe (wie etwa Geschmacksverstärker).
Tierische Produkte wie Milch, Eier oder Fleisch, die viele Konsumenten als unverzichtbar ansehen, sind wissenschaftlich bewiesen weder gesund noch förderlich für den Cholesterinhaushalt des Körpers oder das Körpergewicht – gesund geht anders! Pflanzliche Produkte wiederum beinhalten sekundäre Stoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die vor freien Radikalen schützen und den Körper vor Krankheit und dem schnellen Altern bewahren.

Hildmann hat – selbst früher unter Übergewicht und hohen Cholesterinwerten leidend – festgestellt, dass alle auf dem Markt verbreiteten Diäten vor allem auf eines setzen: Verzicht. Für ihn als Koch war aber schon immer entscheidend, eine Ernährungsform zu finden, die dauerhaft Gewichtsreduktion und –stabilisierung mit gleichzeitigem Genuss verspricht. In der veganen Küche mit leckeren und sattmachenden Rezepten hat er diese Option gefunden.

Das Buch „Vegan for Fit“ beinhaltet drei Kategorien von Rezepten. Neben Rezepten für das Frühstück (von deftig bis süß), existieren zwei Kategorien von Hautgerichten. Aus Rezepten der Kategorie eins sollte für die Mittagsmahlzeiten gewählt werden, Rezepte der Kategorie zwei sind für die Abendmahlzeiten vorgesehen. Die Rezepte sind abwechslungsreich und setzen maßgeblich auf frische Zutaten wie Obst und Gemüse. Ergänzt wird durch sattmachende Zutaten wie Hirse, Linsen oder Vollkorngetreide. Für besondere Belohnungsanlässe werden ebenfalls Rezepte zur Verfügung gestellt.
Das begleitende Sportprogramm kann selbst gewählt werden. Ob Schwimmen, Laufen oder Training im Fitnessstudio: Es geht vor allem darum, Trägheit zu überwinden und sich selbst wieder in Bewegung zu bringen.


Die 30-Tage-Challenge

100 Testpersonen nahmen an einer 30-Tage-Challenge, einem Selbstversuch der neuen Lebensweise über 30 Tage, teil. Sie berichteten von unglaublichen gesundheitlichen Veränderungen! Neben deutlicher Gewichtsabnahme (440 Kilo Gewichtsabnahme aller Testpersonen zusammen), besserer Verdauung, hohem Kraft- und Ausdauergewinn und angenehmem Körpergeruch, wurde von reinerer Haut, besserem Schlaf und höherer Ausgeglichenheit berichtet. Beschwerden wie Neurodermitis, Sehnenentzündungen, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Allergien und Schnarchen verschwanden.

Abnehmen mit „Vegan for Fit“

Wir müssen zugeben, dass die 30-Tage-Challenge für uns eine Herausforderung im wahrsten Sinne des Wortes war. Die für uns gewohnte sportorientierte Ernährung ist vor allem dadurch geprägt, dass ein Schwerpunkt auf proteinhaltigen Nahrungsmitteln liegt. Eine Kohlenhydratzufuhr findet dagegen reduziert und kontrolliert statt. Wie man auch auf unserer Liste proteinhaltiger Lebensmittel sehen kann, sind besonders geeignete Proteinlieferanten aber tierischen Ursprungs. Unsere Einkaufsliste musste für das Hildmann-Programm radikal umgestellt werden.

Wir wissen alle – der Mensch gibt seine Gewohnheiten nur sehr ungerne auf. Aber eine einmal angenommene Challenge wird durchgezogen. Und so kam es dann auch. Ein erster Aha-Effekt stellt sich beim Blick auf das Einkaufsband im Supermarkt ein. Die Lebensmittel sind bunter, unverarbeiteter und – teuer. Nun gut, es sind ja nur 30 Tage, das ist überschaubar. Das zweite Mal macht es „Klick“, wenn es an die Zubereitung der sehr vielfältigen Gerichte geht. Bestimmte Lebensmittel hält man das erste Mal überhaupt in den Händen, dies bedeutet, dass zum Teil ganz neue Zubereitungstechniken gelernt werden müssen. Dies ist aufwändig, das Leben dreht sich viel mehr „um das Essen“. Von einer Nebensache, die im schlimmsten Fall nebenher, bei laufendem Fernseher oder im Stehen „abgearbeitet“ wurde, rückt die Auswahl, Zubereitung und die gemeinsame Mahlzeit in der Prioritätenliste nach oben. Ob gewollt oder nicht, die 30-Tage-Challenge führt einer neueren Konzentration dazu, was dem Körper zugeführt wird, zu einem neuen Ess-Bewusstsein.

Auch wenn der vegane Ernährungsansatz der wesentliche Punkt ist, den das Hildmann-Programm von anderen Ansätzen für mehr Fitness und ein besseres Wohlbefinden unterscheidet, wird in „Vegan for Fit“ auch eine Hilfestellung dazu geben, wie man durchhalten kann. Neben Tipps zur Motivation werden auch grundsätzliche ethische bzw. moralische Fragen aufgeworfen, jedoch auch objektive Argumente, die gegen den Konsum tierischer Lebensmittel sprechen. Über diese Fragen muss sollte letztlich jeder Sportler und Verbraucher für sich selbst nachdenken und zu einer Position gelangen. Wir lehnen tierische Lebensmittel auch nach der 30-Tage-Challenge nicht vollständig ab. Allerdings hat es uns nicht geschadet nachzudenken und unsere bisherigen Gewohnheiten aufzubrechen.

Und nicht nur das – letztlich gibt „Vegan for Fit“ einen Einblick in eine alternative Lebenseinstellung. Hildmann geht es darum, den unmündigen und passiven Konsumenten aus seiner trägen und lethargischen Grundhaltung herauszulösen und wieder dazu zu bringen zu agieren, zu gestalten, selbst nachzudenken. Und wie läuft es nun mit dem Abnehmen? Die Werte können sich sehen lassen. In den 30 Tagen zeigte die Waage bei uns im Schnitt 6 kg weniger an. Wie wir wissen, ist Gewichtsverlust jedoch nicht per se gut. Umso überzeugter waren wir nach der Körperanalyse-Messung: Minus 3kg Fett, plus 1,5 kg Muskeln. Hieraus wird deutlich, dass wir mit dem Hildmann-Programm nicht nur fieses träges Körperfett losgeworden sind, nein, wir haben in dieser Zeit Muskeln aufgebaut. Der Witz ist – Abnehmen ist bei „Vegan for Fit“ eher die Nebensache. Aber obwohl es bei dem Programm eher um eine Lebenseinstellung geht, können sich die Ergebnisse absolut sehen lassen. Wer an Muskeln zulegt und Fett loswird braucht den Jojo-Effekt nicht fürchten.

Unsere Einschätzung


Die „30-Tage-Challenge“ ist ein großartiges Programm. Wir kommen aus unterschiedlichen Gründen zu diesem Ergebnis. Vor allem sind wir davon überzeugt, dass es für jeden sinnvoll ist, die bisherigen Lebensgewohnheiten zu überdenken und neu zu justieren. Die Zeitdauer von 30 Tagen ist überschaubar und nimmt die Angst, lieb gewonnenes für immer über Bord werfen zu müssen. Man kann die 30 Tage als Experiment sehen, an das man nur eine beschränkte Zeit gebunden ist.

Hat man die Challenge erst einmal angenommen, werden die damit verbundenen Mühen mit einer Vielzahl Erkenntnissen belohnt. Auch wer sich nicht auf Dauer der veganen Ernährung verschreibt, setzt sich fast zwangsläufig mit den Mengen des eigenen Fleischkonsums auseinander. Auch wer sich mit der ethische Seite der eigenen Konsumentenrolle auf Dauer auseinandersetzen will und das Programm nach 30 Tagen beendet und sein Leben wie vorher fortzusetzen, wird aber mit Fettverlust und Muskelzuwachs belohnt. Da man also wenig verlieren kann und neben sportlichen Erfolgen vor allem an Erfahrungen gewinnt, ist die 30-Tage-Challenge von Hildmann aus unserer Sicht eine echte Empfehlung. Daumen hoch!
Quellen und Kosten

Das Buch „Vegan for Fit“ ist für 29,95 im Buchhandel erhältlich. Die Kosten für die Zutaten der einzelnen Gerichte unterscheiden sich je nach Bezugsquelle. Grundzutaten die in Drogeriemärkten erworben werden können, sollen auch dort gekauft werden. Spezielle Zutaten, die in Biomärkten oder Reformhäusern gekauft werden müssen, sind deutlich kostspieliger.

Fazit: Pro und Contra

Die Vorteile

+ für dauerhafte Ernährungsumstellung und nicht nur Crash-Diät geeignet
+ nicht nur gewichtsreduzierende Wirkung, sondern nachhaltige gesundheitsfördernde Effekte
+ Bewegung als fester Bestandteil der Lebensstilumstellung
+ gute Sättigungsleistung
+ Verzicht auf chemische Zusatzstoffe

Die Nachteile

– aufwändige Zubereitung der Mahlzeiten
– je nach Empfinden schwierige Integration in den Alltag (z.B. Probleme beim auswärtigen Essen)
– kostspielige Zutaten vieler Gerichte